Adalbert Stifters Werke

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Adalbert Stifter

Biographie

Geboren als Sohn einer armen Leinweberfamilie am 23.10.1805 in Oberplan/Böhmerwald, kam er nicht vierzehnjährig an das Gymnasium des Benediktinerstiftes in Kremsmünster. 1826 begann er in Wien Jura zu studieren. Er besuchte Vorlesungen über Mathematik, Naturwissenschaften und Kunstgeschichte. Erste Gedichte veröffentlichte Stifter unter einem Pseudonym und widmete sich der Malerei. Noch zu Lebzeiten wurde Stifter als Dichter bekannt. Dieser Ruf verdeckt bis heute seine bildungspolitische Bedeutung. Er sah in der allmählichen Hebung des Bildungsstandes des Volkes die einzige Möglichkeit, die sozialen Verhältnisse grundlegend zu ändern. 1850 schlug er die Beamtenlaufbahn ein und wurde Inspektor der oberösterreichischen Volksschulen und 1855 Schulrat. Bereits 1847 bemühte sich Stifter an der Universität Wien öffentliche Vorträge „Über das Schöne“ halten zu dürfen, die auch für Frauen zugänglich sein sollten.

Adalbert Stifter gilt als einer der größten Erzähler, geprägt vom klassischen Humanitäts- und Bildungsideal. Seine Hauptbedeutung liegt auf dem Gebiet der Landschaftsschilderung, aber auch in der ruhigen, besinnlichen Schilderung. Seine bedeutendsten Erzählwerke wie etwa „Der Condor“ (1840), „Das alte Siegel“ (1843), „Die Mappe meines Urgroßvaters“ (1841) und insbesondere seine Romane „Der Nachsommer“ (3 Bände, 1857) und das Prosaepos „Witiko“ (3 Bände, 1865 - 67) zählen heute unumstritten zu den Höhepunkten der Weltliteratur. Zitiert werden darf hier Thomas Mann, der 1949 seine Eindrücke nach erneutem Studium der Stifter-Lektüre in dem markanten Satz „Stifter ist einer der merkwürdigsten, hintergründigsten, heimlich kühnsten und wunderlich packendsten Erzähler der Weltliteratur….“ zusammengefasst hat. Und bereits lange vor Thomas Mann hat Friedrich Nietzsche auf die hohe Qualität von Stifters Prosa aufmerksam gemacht.

Autobiografie

Diese Autobiographie wurde am 26.12.1867 geschrieben. Sie wurde für die Enzyklopädie bestimmt und Stifter hat sie darum von sich selbst in der Er-Form geschrieben.

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 in dem Marktflecken Oberplan im südlichen Böhmen geboren. Sein Vater, Johann Stifter, Sohn Augustin Stifters, war Hausbesitzer und Leinweber daselbst. Später trieb er einen kleinen Flachs- und Getreidehandel. Die Mutter Stifters war Magdalena Friepeß – ihre Grabtafel ist links neben dem Eingangsvorbau der Pfarrkirche in Oberplan angebracht – die Tochter des Fleischers Franz Friepeß in Oberplan. Stifter besuchte die Schule in Oberplan und hatte an Joseph Jenne – die Grabtafel des „Musterlehrers“ J. Jenne ist rechts neben dem Eingangsvorbau der Pfarrkirche in Oberplan angebracht – einen vortrefflichen Lehrer, der seine Schüler besonders in Abfassung von Briefen und Aufsätzen übte. Dieser Lehrer gab den Rat, Stifter in das Gymnasium zu schicken. Zu dem erhielt er von dem Kaplan von Oberplan Vorunterricht in der lateinischen Sprache. Im November 1817 wurde Stifters Vater zwischen Wels und Lambach von dem eigenen umstürzenden Flachswagen erschlagen. Infolge dieses Ereignisses wurde die Gymnasiumfrage in Hinsicht Stifters zweifelhaft, namentlich, da ihn der Kaplan von Oberplan für völlig talentlos erklärte.

Der Großvater des Knaben Franz Friepeß aber führte denselben im Sommer 1818 in die Benediktinerabtei Kremsmünster in Oberösterreich, in der sich ein Gymnasium befand, und stellte ihn dem Lehrer und Priester Placidus Hall vor. Dieser fragte den Knaben um allerlei und sagte dann, man solle ihn nur bringen. Im Oktober 1818 wurde Stifter nach Kremsmünster gebracht und bestand die Aufnahmsprüfung sehr gut. Am Ende des ersten Schuljahres erhielt er das erste Praemium der Klasse. Und so war sein Fortgang weiter im Gymnasium und in den zwei philosophischen Klassen. An seinem Lehrer Placidus Hall hatte Stifter einen zweiten Vater, ebenso förderte ihn der Lehrer der Poesie Ignaz Reischl. Stifter trieb in Kremsmünster nebst seinen Lehrgegenständen mit großer Liebe das Zeichnen und lernte Wasserfarben behandeln. Mit größter Neigung aber wandte er sich allem zu, was Dichtung ist. Schon als Kind haschte er nach allen Arten von Büchern und las, was ihm in die Hände kam. In Kremsmünster lernte er teilweise die griechische und römische und die deutsche Dichtung in ihren besten Vertretern kennen, und diese Welt übte eine ungemeine Gewalt auf ihn aus. Er machte in Kremsmünster auch immer meist heimlich, Gedichte. Im Herbst 1826 ging er nach Wien in die juridischen Studien. Neben diesen trieb er Mathematik und Naturwissenschaften und fuhr fort, deutsche und fremde Dichtung in sich aufzunehmen. Auch das Zeichnen und Malen ließ er nicht beiseite.

Nach Vollendung seiner Studien ging er in kein Amt, sondern blieb in Wien und hegte seine wissenschaftlichen Bestrebungen für sich fort. Er wollte sich für eine Professur in den Naturwissenschaften vorbereiten. In dieser Zeit vergnügte er sich auch mit Ölmalerei und machte die ersten größeren Schriftstellerversuche, ließ aber nichts drucken. Er erwarb sich sein Einkommen durch Unterricht, besonders in der Mathematik und Physik. Am 15. November 1837 vermählte er sich mit Amalia Mohaupt, der Tochter des Veteranenoffiziers aus den Befreiungskriegen, Philipp Mohaupt. Von dem Jahre 1840 an erschienen Dichtungen von ihm in der „Wiener Zeitschrift“, in dem Jahrbuch „Iris“ und in anderen Jahrbüchern. Im Jahre 1844 erschien ein Teil dieser Arbeiten gesammelt in zwei Bänden bei Heckenast in Pest unter dem Titel „Studien“. Stifter hatte nach und nach Zutritt zu bedeutenden Menschen erlangt, insbesonders zu Andreas Baumgartner, Professor der Physik und nachmaligem Minister, mit dem sich ein Freundschaftsband bis zu dem Tode dieses Mannes fortsetzte, dann in das Haus der Baronin von Münk, einer eifrigen Förderin der Dichtkunst, die eben Stifter veranlasste, dass er etwas drucken ließ, dann zu Anna, Fürstin von Schwarzenberg, der Witwe des Feldmarschalls Karl von Schwarzenberg, einer ungewöhnlich hochbegabten Frau, zu dem für alles Gute glühenden Grafen Ferdinand Colloredo von Mannsfeld, dessen Sohn Joseph er unterrichtete, der wie sein Vater, alles Edle anstrebte, später Fürst wurde und Stifters inniger Freund blieb, endlich zum Fürsten von Metternich, dessen Sohn Richard er in den Jahren 1844, 1845 und 1846 in Mathematik und Physik unterrichtete, der nun österreichischer Botschafter in Paris ist. Stifter beschäftigte sich in jenen Zeiten auch viel mit Geschichte und Staatswissenschaften und strebte eine Professur nicht mehr an. Im Jahre 1847 erschienen der dritte und vierte Band der „Studien“. Inzwischen wurden immer Arbeiten von Stifter in Jahrbüchern und Zeitschriften gedruckt. Im Frühling des Jahres 1848 ging er, wie er schon öfter im Sommer getan hatte, mit seiner Gattin in sein geliebtes Oberösterreich, ging aber im Herbst nicht nach Wien zurück, sondern verlebte den Winter und den folgenden Sommer in Linz. Im Herbst 1849 erhielt er von dem Unterrichtsministerium den Ruf als Schulrat und Inspektor der Gymnasien von Wien und Unterösterreich, lehnte aber das Amt ab und bat den Minister, ihn als Schulrat und Volksschuleninspektor in Oberösterreich wirken zu lassen, da er Land und Leute sehr genau kenne, was der Minister gewährte. Im Jahre 1850 siedelte er nach Linz über und trat das Amt an, das er bis 1865 verwaltete. Er hatte an dem vorzüglichen, tätigen, besonders für das Schulwesen eifrigen Statthalter in Oberösterreich, Eduard Freiherrn von Bach, nicht bloß einen wohlwollenden Vorgesetzten, sondern auch geneigten Freund.

Zeittafel - Adalbert Stifters (1805 - 1868)
Zeitstreifen
1805           Am 23. Oktober wird Albert (später Adalbert) als erstes Kind des Leinwebers und -händlers Johann Stifter und seiner Frau Magdalena, geborene Friepeß, in Oberplan im südlichen Böhmen geboren.
1817 Johann Stifter tödlich verunglückt.
1818 Eintritt Adalberts ins Gymnasium des Benediktinerstifts Kremsmünster in Oberösterreich.
1826 Abschluss des Gymnasialstudiums und Inskription an der juristischen Fakultät der Universität Wien.
1828 Julius, Fragment einer Erzählung.
1829 Gedichte unter dem Namen Ostade im Linzer „Österreichischen Bürgerblatt für Verstand, Herz und gute Laune“.
1830 Anschluss an die Wiener Gesellschaft.Lektüre der Romantiker, Heines und Börnes, J. F. Coopers und vor allem Jean Pauls.
1832 - 33 Erfolglose Bemühungen um amtliche Lehrstellen.
1837 Stifter bewirbt sich um eine Anstellung an der Forstlehranstalt Mariabrunn. Eheschließung mit Amalie Mohaupt am 15. November
1839 Gemälde: „Blick auf Wiener Vorstadthäuser“, „Blick in die Beatrixgasse“, „Ruine Wittinghausen“.
1840 „Der Condor“ erscheint in der „Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode"; „Feldblumen“ im Almanach „Iris“ auf das Jahr 1841, verlegt bei Gustav Heckenast in Pest.
1841 Heckenast gewinnt Stifter für die Herausgabe des Sammelbandes „Wien und Wiener“. „Der Hochwald“ in der „Iris“ auf das Jahr 1842. „Die Mappe meines Urgroßvaters“, 1. Fassung.
1842 Stifter beobachtet und beschreibt die totale Sonnenfinsternis vom 8. Juli. Beginn der Umarbeitung der Erzählungen für die Studien „Die Narrenburg“ in der "Iris" auf das Jahr 1843.
1842 - 44 „Abdias“, „Das alte Siegel“, „Brigitta“, „Der Hagestolz“, „Der Waldsteig“.
1843 - 46 Stifter unterrichtet den Sohn des Staatskanzlers Fürst Metternich in Physik und Mathematik.
1844 Plan eines dreibändigen Romans über Robespierre. Band 1 und 2 der „Studien“ erscheinen. Stifter schreibt „Die drei Schmiede ihres Schicksals“ und die 2. Fassung der „Mappe“.
1845 Begegnung mit Friedrich Simony in Hallstadt. „Der heilige Abend“ (Bergkristall).
1846 Umarbeitungen „Der Waldgänger“. Besuch bei dem Maler Heinrich Bürkel.
1846 - 47 Begegnung mit Robert und Clara Schumann.
1847 Sommer in Linz. Annahme der sechsjährigen Juliane Mohaupt, einer Nichte seiner Frau. Studien, 3. und 4. Band der „Studien“ erscheinen. Der Plan, öffentliche Vorlesungen über Ästhetik in Wien zu halten, schlägt fehl. „Der arme Wohltäter“ (Kalkstein) im Kalender „Austria“ für 1848. Teilnahme Stifters an politischen Reformbestrebungen.
1848 Stifter wird von seinem Wohnbezirk zum Wahlmann für die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Über Stand und Würde des Schriftstellers in der „Constitutonellen Donau-Zeitung“.
1849 Als Redakteur der „Linzer Zeitung“ und zeitweise des „Wiener Boten“ tätig. Aufsätze über das gesamte Unterrichtswesen. Historische Studien für den geplanten Roman „Die Rosenberger“. Der oberösterreichische Statthalter Dr. Alois Fischer schlägt dem Unterrichtsminister vor, Stifter als Schulrat anzustellen. Im Dezember verhandelt Stifter im Ministerium über seine Anstellung als Inspektor der oberösterreichischen Schulen.
1850 Der 5. und 6. Band der „Studien“ erscheinen. Notgedrungen verkauft Stifter dem Verleger Heckenast alle Rechte an diesem Werk. Ernennung zum k. k. Schulrat und Aufnahme der Amtstätigkeit. Gründung und Eröffnung einer Realschule in Linz.
1851 Berichte über Kunstausstellungen in Linz, Ausgrabung römischer Altertümer in Oberösterreich. Verkauf des Verlagsrechts der „Bunten Steine“ an Heckenast.
1852 „Der Pförtner im Herrensee“ (Turmalin) erscheint in dem Prager Taschenbuch „Libussa“, das auch Heinrich Reitzenbecks Lebensbild „Adalbert Stifter, Biographische Skizze“ veröffentlicht. Stifters Vortrag über den geschnitzten Hochaltar in der Kirche zu Kefermarkt .
1853 Veröffentlichung der „Bunten Steine“. Die k. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale ernennt Stifter zum Konservator für Oberösterreich.
1854 Gemeinsam mit Johannes Aprent „Lesebuch zur Förderung humaner Bildung“. Verleihung des Franz-Joseph-Ordens. Zerwürfnis mit dem Direktor der Realschule in Linz. Nervenleiden. Beginn des „Tagebuchs über Malereiarbeiten“ .
1855 Das Ministerium lehnt das Lesebuch ab. Das Nervenleiden nimmt zu.
1856 Stifter mit Heckenast in Linz und im Böhmerwald. Stifter wird die Inspektion der Realschule entzogen.
1857 Stifter reist mit Familie nach Klagenfurt und Triest. Zweite Ziehtochter Josefine. Beendigung der Arbeit an „Nachsommer“. Plan eines Nausikaa-Dramas. Geldsorgen und Leberleiden.
1858 Stifters Mutter stirbt und Ziehtochter Josefine erkrankt.
1859 Stifter erkrankt an einem Augenleiden. Juliane verlässt das Haus und wird tot aus der Donau geborgen.
1862 - 63 Stifters Krankheiten wiederholen sich, auch Amalie kränkelt.
1864 Zustand Stifters verschlimmert sich. Tagebuch „Mein Befinden“. In Lackenhäuser schreibt er „Der Waldbrunnen“. In der Zeitschrift „Heimgarten“ erscheint „Nachkommenschaften“. Ein Krankenurlaub, der im Juli beginnt, wird dauernd verlängert bis Ende 1865.
1865 Ärztliche Untersuchungen in Wien, zur Kur in Karlsbad. Der 1. Band von „Witiko“ erscheint. Am 25. November Versetzung in den Ruhestand mit Verleihung des Hofratstitels.
1866 „Der Kuß von Sentze“. Im Mai erneute Kur in Karlsbad. 2. Band von „Witiko“ erscheint. „Der fromme Spruch“. Amalie erkrankt.
1867 Erneute Kur in Karlsbad. „Witiko“, Band 3 erscheint. Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach verleiht Stifter das Ritterkreuz seines Hausordens. Arbeit an der letzten Fassung der „Mappe“. 27. Oktober, letzter Besuch in Oberplan. Im Dezember wird Stifter bettlägerig, sein Zustand wird hoffnungslos.
1868 Am 26. Januar schneidet er sich mit dem Rasiermesser in den Hals. Er lebt bewusstlos noch bis zum 28. Januar.
Adalbert Stifter in Lackenhäuser

Adalbert Stifter, der wohl bedeutendste deutsche Prosadichter nach Goethe, starb am 28. Januar 1868, in Linz im Alter von 63 Jahren, nach schwerer Krankheit. Sein vielschichtiges Werk, das den Böhmerwald in die Literatur einführte, ist heute weltweit in allen Sprachen wirksam.

Am 23. Oktober 1805 im nahen Oberplan geboren, hatte Stifter seit seiner Jugendzeit enge Beziehungen zum bayerischen Dreisesselgebiet: „Wenn ich in der Ferienzeit meiner Studien oft von meiner Heimat Oberplan im südlichen Böhmen in jene Wälder streifte, stieg ich gerne auf der anderen Seite zu dem alten Rosenberger hinab, und verweilte, nicht selten mit mehreren Genossen, durch eine Zahl von Tagen in seinem Hause, wo gute und sehr billige Bewirtung zu treffen war. So wurde ich mit seinen Kindern befreundet...“ (Aus dem bairischen Walde, 1868).

Dieses Haus war das Rosenbergergut in Lackenhäuser, das der „alte Rosenberger“, Matthias Rosenberger, „der durch Handel wohlhabend geworden war“, im Jahr 1818 nahe dem Wald erbaut hatte und das bald zu einem Zentrum des beginnenden „Tourismus“ im Dreiländereck wurde. Franz Xaver Rosenberger (Lackenhäuser 1820 - 1895 Passau), der Sohn des Matthias, baute 1854 neben dem Gut ein Wirtshaus und die Marienkapelle. Er wurde zum Freund Adalbert Stifters, dem er wiederholt das Obergeschoss im Seitenflügel des Rosenbergergutes („Ladenstöckl“) als Ferienwohnung überließ. Sechsmal hat Stifter von 1855 bis 1866 mit seiner Frau und Ziehtochter, mit Freunden und Bekannten und zeitweise auch allein in Lackenhäuser Aufenthalt genommen (nicht gezählt ein langes Wochenende zwischen Schulinspektionen 1860), oft monatelang, zusammen mehr als 370 Tage, davon nicht weniger als 140 im Jahr 1866, als er hier zum letzten Mal Erholung suchte: „Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend. Wenn ich irgendwo völlig genese, so ist es dort...“ (an den Freund Franz Xaver Rosenberger, Linz, 17. März 1865).

Trotz der „Heilsamkeit des Waldes“ genas Stifter jedoch nicht, denn seine Krankheit (Leberzirrhose) war unheilbar. Der Dichter findet dennoch „ungeheures Labsal in den weiten breiten Wäldern“, und er preist überschwänglich diese Landschaft: „Jener Waldfleck gehört zu den reizendsten unserer Erde...“, oder: „Der Aufenthalt in dieser für mich entzückenden Gegend gehört zu den glücklichsten Tagen meines Lebens.“ Zum Leberleiden kam ein Nervenleiden: In panischer Angst erlebte Stifter im November 1866 in Lackenhäuser jenen gewaltigen Schneefall, den er in der erst 1868 posthum veröffentlichten Erzählung „Aus dem bairischen Walde“ minutiös beschrieb (den allerdings die einheimische Bevölkerung durchaus nicht als so bedrohlich erlebte). Sein längst der Weltliteratur angehörender Bericht ist von einzigartiger epischer Dichte.

Die Aufenthalte in Lackenhäuser dienten aber nicht nur der Erholung, sondern waren auch dem dichterischen Schaffen Stifters förderlich: Hier wurden große Teile des historischen Romans „Witiko“ (erschienen in 3 Bänden 1865 - 1867) geschrieben, in dem Stifter das Rosenbergergut zum Haus machte, „in welches Witiko von Bertha geführt wurde“. Hier entstand der Entwurf zur Erzählung „Der fromme Spruch“ (1867, gedruckt erst 1869), und hier hat auch die Erzählung „Der Waldbrunnen“, die 1866 erschien, ihren Schauplatz. Der zeitlos lauteren Strenge des Altersstiles dieser Dichtungen entsprachen wahrscheinlich auch jene Bilder, die Stifter in seinen letzten Lebensjahren in Lackenhäuser malte, um in ihnen das Erlebnis der Waldlandschaft um den Dreisessel symbolhaft zusammenzufassen. Von diesem Bemühen zeugen noch mehrere zarte Bleistiftzeichnungen, die Bilder selbst aber sind leider verschollen.

 

"Stifter und der Wald" - Museum im Rosenberger Gut

 

 

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