So wie es in der äußeren
Natur ist, so ist es auch in der inneren, in der des menschlichen Geschlechtes. Ein ganzes
Leben voll Gerechtigkeit, Einfachheit, Bezwingung seiner selbst, Verstandesgemäßheit,
Wirksamkeit in seinem Kreise, Bewunderung des Schönen, verbunden mit einem heiteren
gelassenen Sterben, halte ich für groß: mächtige Bewegungen des Gemütes, furchtbar
einherrollenden Zorn, die Begier nach Rache, den entzündeten Geist, der nach Tätigkeit
strebt, umreißt, ändert, zerstört, und in der Erregung oft das eigene Leben hinwirft,
halte ich nicht für größer, sondern für kleiner, da diese Dinge so gut nur
Hervorbringungen einzelner und einseitiger Kräfte sind, wie Stürme, feuerspeiende Berge,
Erdbeben. Wie wollen das sanfte Gesetz zu erblicken suchen, wodurch das menschliche
Geschlecht geleitet wird.
[Stifter: Bunte Steine] |